Auch wir Menschen sind Teil dieses Feldes. Unsere Gedanken erzeugen elektrische Impulse. Unsere Emotionen setzen magnetische Ladungen frei. Gemeinsam formen sie das elektromagnetische Feld, dass unseren Körper umgibt.

Dieses Feld berührt alles, worin wir uns bewegen. Es reagiert auf Räume – und Räume reagieren auf uns. So beginnen Orte zu speichern, was in ihnen geschieht:

1. Emotionale Eindrücke

Intensive Gefühle erzeugen starke Felder. Wenn sie oft genug auftreten – Streit, Angst, Trauer, sowie aber auch Freude, Liebe, Frieden – hinterlassen sie einen energetischen Abdruck. Diese Eindrücke legen sich wie feine Schichten in den Raum.

2. Gedankliche Muster

Wiederholte Gedanken formen elektrische Muster. Dort, wo Menschen über lange Zeit grübeln, mental kämpfen oder erschöpft sind, beginnt der Raum, dieses Muster mitzuhalten — ähnlich wie ein Echo.

3. Gewohnheiten & Rhythmus

Routinen prägen Räume. Was wir täglich denken, fühlen und tun, schwingt in die Umgebung hinein. So entstehen „gelernte“ Zonen im Raum: Orte, die sich leicht und inspirierend oder eben unruhig und leer anfühlen.

4. Übergänge & Schwellen

Türen, Flure, Eingänge sind energetische Knotenpunkte. Dort verdichten sich Bewegungen, Emotionen und Impressionen. Schwellen speichern besonders stark, weil dort ständig „Wechsel“ stattfindet.

Das alles ist kein Mythos. Es ist eine natürliche Folge von Schwingung & Resonanz.

Manchmal trägt ein Raum Leichtigkeit, weil dort Frieden war. Manchmal trägt er Schwere, weil vieles unausgesprochen geblieben ist. Und manchmal bleibt etwas zurück, dass sich nicht sofort benennen lässt – nur fühlen. Wir spüren diese Schichten, weil unser eigenes Feld darauf antwortet. Das Nervensystem kennt Harmonie und Disharmonie. Es öffnet sich in klaren Räumen und zieht sich zusammen, wo etwas nicht in seinem natürlichen Fluss ist.

Das ist das energetische 1×1: Räume sind Resonanzkörper. Wir prägen sie – und sie prägen uns.

Doch dieses Verständnis ist nur die erste Ebene. Es erklärt, wie Atmosphäre entsteht, aber nicht, warum manche Orte trotz Lüften, Räuchern oder guter Absicht weiterhin „halten“, was gehen möchte.

Darunter existiert jedoch eine zweite Ebene. Sie ist nicht feiner im physikalischen Sinn, sondern tiefer im existenziellen Sinn: eine Ebene, in der Orte Bewusstsein tragen, Geschichten weiterwirken, Ahnenthemen anklingen und Kräfte wirken, die nicht durch Schwingung allein erklärt werden können. In dieser Ebene begegnet man nicht nur Eindrücken, Atmosphären, gespeicherte Muster, sondern Intelligenzen, Beziehungen und anderen wirkenden Kräften.

Hier finden sich:

• alte Bindungen eines Hauses

• Themen früherer Bewohner, die nicht abgeschlossen sind

• Fragmente emotionaler Ereignisse

• Einflüsse, die nicht menschlichen Ursprungs sind

• Orte, deren „Gesicht“ oder Geist sich zurückgezogen hat

• Zonen, die nicht mehr im eigenen Rhythmus schwingen

• Räume, die „besetzt“ sind, nicht durch Wesen im Horrorfilmsinn,

sondern durch gebundene Informationen, die sich eigenständig halten.

Das ist die Ebene, in der die schamanische Arbeit beginnt. Nicht in der Logik der Energiephysik, sondern in der Sprache des Unsichtbaren: dort, wo Räume nicht nur Resonanzkörper sind, sondern Teilnehmer eines lebendigen Gefüges.

Diese Arbeit geschieht durch Intention und Beziehung zur Natur, zu den Pflanzenhelfern, zum Feuer, zu den Ahnen und zu den Kräften, die den Raum durchdringen. Sie ist keine Technik, sondern eine Begegnung zwischen Bewusstseinsräumen. Darum ist schamanische Arbeit oft still: Sie folgt nicht dem sichtbaren Geschehen, sondern dem, was sich im Unsichtbaren bewegt. Sie löst nichts „gewaltsam“ heraus, sondern führt Energie dorthin zurück, wo sie hingehört und stellt das Gleichgewicht eines Ortes wieder her.

Mit was wird gearbeitet?

Klang – Struktur in Bewegung bringen

Klang ist eines der wirksamsten Mittel, um energetische Felder in Bewegung zu setzen. Er wirkt nicht nur über Lautstärke, sondern über Resonanz: Klang regt die Ebenen an, die stagnieren und bringt sie in einen Zustand, in dem Prozesse der Klärung möglich werden. Man könnte sagen: Klang macht sichtbar, wo etwas hält und schafft die Voraussetzung, dass sich diese Stellen lösen können. Der Gong ist mit seiner Bandbreite an Frequenzen daher einer meiner stärksten „Begleiter“.

Pflanzenrauch – die Arbeit mit Pflanzenverbündeten

In vielen indigenen Traditionen gelten Pflanzen nicht nur als natürliche Ressourcen, sondern als bewusste Verbündete, die spezifische Qualitäten und Wirkungen tragen. Ihr Rauch wird seit Jahrhunderten genutzt, um Räume zu klären, zu schützen, zu stärken oder neu auszurichten. Dabei wirkt eine Pflanze nicht über ihren Duft allein, sondern über die Information, die in ihr gespeichert ist – über die Beziehung zwischen Mensch, Raum und Pflanzengeist.

In einer Raumklärung unterstützen Pflanzen genau dort, wo emotionale oder energetische Muster gebunden sind. Sie lösen Verdichtung, stabilisieren Strukturen oder schaffen die Grundlage dafür, dass ein Ort wieder in sein natürliches Gleichgewicht zurückfinden kann.

Jede Pflanze bringt dabei eine eigene Ausrichtung mit: eine bestimmte Art zu klären, zu schützen oder zu harmonisieren. Man kann Pflanzenrauch deshalb nicht als „Dekoration“ verstehen, sondern als elementaren Teil eines traditionellen Prozesses, der seit Generationen überliefert wurde.

Weißer Salbei (Salvia apiana)

Weißer Salbei wird seit Jahrhunderten in den Traditionen nordamerikas verwendet, um Räume, Menschen und Rituale energetisch zu klären. Ähnliche Salbei-Arten finden sich auch in Europa, Asien und Nordafrika, wo sie für Reinigung, Schutz und Heilung eingesetzt werden. Der Rauch löst Verdichtungen, alte emotionale Felder und stagnierte Muster, die sich im Raum oder im energetischen Feld halten. Er schafft Raum für Neubeginn und fördert Klarheit, Präsenz und energetische Leichtigkeit.

Weißer Salbei bringt Ordnung ins unsichtbare Feld und öffnet den Raum für neue Kraft und Licht.

Zeder (Thuja / Juniperus)

Zeder gehört in vielen Traditionen Nordamerikas zu den zentralen rituellen Pflanzen. Ihre Aufgabe geht über Klärung hinaus: Zeder trägt und stärkt die Absicht. In rituellen Kontexten wird Zeder dem Feuer übergeben, um Gebete und Intentionen klar zu führen. Ihr Rauch verankert Ordnung nach einer Klärung und stabilisiert den natürlichen Rhythmus eines Ortes.

Zeder wirkt strukturierend, schützend und verbindend.

Tabak (Nicotiana rustica / Mapacho)

Tabak – in seiner traditionellen Form (Mapacho) – ist in vielen schamanischen Linien eine heilige Medizinpflanze, nicht vergleichbar mit Konsumtabak. Seine Aufgaben sind klar umrissen:

Er ordnet: Tabak schafft klare energetische Linien im Raum.

Er grenzt ab: Er trennt Fremdes vom Eigenen.

Er stärkt: Er bringt „Körper“ in das Feld eines Ortes.

Er kommuniziert: Tabak wird traditionell eingesetzt, um „mit dem Ort zu sprechen“ – als Mittler zwischen Mensch, Raum und spirituellen Kräften.

In einer Raumklärung ist Tabak eine der Pflanzen mit der präzisesten und direktesten Wirkung.

Palo Santo (Bursera graveolens)

In den Traditionen der Anden und des nördlichen Amazonas wird Palo Santo vor allem für Ausgleich und Harmonisierung genutzt. Seine Eigenschaften:

• Er bringt Ruhe und Gleichgewicht in Räume, die zuvor emotional aufgeladen waren.

• Er wirkt sanfter als Salbei, aber sehr „herzgerichtet“.

• Er unterstützt die Integration nach einer Klärung.

Palo Santo legt sanfte Ruhe über das Feld und lässt die neu geordnete Energie klar und leicht fließen.

Copal (vor allem: Bursera, Protium, Agathis – abhängig von Region)

Copal ist eine der ältesten rituell verwendeten Harze Mesoamerikas und des Amazonas.

Traditionell wurde Copal genutzt, um:

• Räume für die unsichtbare Welt zu öffnen

• das alte Gedächtnis eines Ortes zu erreichen

• festgesetzte Eindrücke zu lösen, die tiefer gehen als Emotion oder Gedanken

Transformationsprozesse einzuleiten

• die Verbindung zwischen Menschen, Ahnen und Ort zu klären

Copal wirkt weder nur reinigend noch nur schützend. Er wirkt verbindend und zurückführend:

• Er bringt Licht in Felder, die dunkel oder undurchsichtig geworden sind.

• Er „führt“ gebundene Informationen dorthin zurück, wo sie hingehören.

• Er unterstützt Übergänge: Neubeginn, Umzug, Abschlüsse, Neuordnungen.

Copal ist damit die Pflanze für tiefe Raumklärung und Zeremonien, nicht unbedingt für alltägliches Räuchern.

Bevor wir über Raumklärung sprechen, lohnt sich ein Blick auf das, was hinter der sichtbaren Welt wirkt. Denn jeder Ort ist mehr als Wände und Möbel. Er ist ein Gefüge aus Feldern, Schwingung und Information. Auf dieser tieferen Ebene besteht die Welt nicht aus festen Dingen, sondern aus Energie in unterschiedlichen Zuständen. Sie wird geprägt durch das, was dort gelebt, gefühlt und gedacht wurde.